Wie ich zum Schreiben kam

von Lyndis Cealin am
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Wie und wann ich zum Schreiben kam

Der Autorenwahnsinn hat mich diesen Monat voll erwischt und auch wenn ich mit meinem Monatsziel hinterher hänge, hoffe ich, dass ich es doch noch erreichen werde.

Aber jetzt erst einmal zu dem heutigen Thema.

Wann bin ich zum Schreiben gekommen?

Ich kann nicht genau zurückdatieren, wann ich angefangen habe. Ich schätze schon, seit ich in der Grundschule schreiben gelernt habe.

Meine älteste Geschichte, die ich auch tatsächlich zurück datieren kann, ist von 2001, da war ich 10 oder 11, und es war ein Fanfiction Crossover zwischen ‘Jeanne die Kamikaze Diebin’ und ‘DoReMi’ in einem alternativen Universum.

Ein Königreich wurde angegriffen, dessen Königin floh, um sich zu einer Hexe ausbilden zu lassen, damit sie letztendlich ihr Volk retten konnte. Fertiggestellt wurde gerade mal das erste Kapitel.

Wie bin ich zum Schreiben gekommen?

Nun, auf diese Frage gibt es mehrere Antworten und die einfachste ist: Ich hab es in der Schule gelernt und dann selbstständig weiter geführt.

Aber ich denke die wahre Frage hier ist: Warum bist du dabei geblieben? Warum kreatives Schreiben? Warum das als dein größtes Hobby?

In meiner Grundschulklasse wurde einmal ein Tagebuch diskutiert von einer Person, die längst verstorben war. Ich habe damals nicht verstanden worum es genau ging, aber der Gedanke, dass das Leben eines Menschen auch noch nach seinem Tod weiterhin diskutiert wird, hat mich unglaublich fasziniert. Ich wollte das auch schaffen! Irgendwann sollte auch mein Buch mich überleben und andere faszinieren.

Schreiben war einfach. Das war nicht so wie Zeichnen, wo man jeden Strich genau setzen musste, damit es gut aussah und man musste auch nicht kennen, was man kreieren wollte, damit es am Ende Sinn ergab. Und Fantasie hatte ich mehr als genug.

In meinem ganzen bisherigen Leben hatte ich immer jemanden, der fasziniert von meinen Texten war. Am Anfang war es mein Bruder, dann Freundinnen. Bald brachte ich andere dazu auch mit dem Schreiben anzufangen oder fand Menschen, die es ebenfalls taten.

Es machte Spaß. Bald fing ich an, meine Deutschnoten damit aufzubessern, kreative Arbeiten als Hausuafgaben einzureichen. In der Realschule hatte ich sogar die ein oder andere Lehrstunde über kreatives Schreiben, was mich weiter gefördert hat.

Mit 15 entdeckte ich dann das Internet und damit auch die Möglichkeit, meine Fanfictions und freie Texte online zu stellen und hatte plötzlich so viele Menschen um mich, die mir mit Lob und Kritk zur Seite standen.

Meine Beste Freundin, die ebenfalls schreibt, habe ich dort auch kennenglernt und es vergingen Jahre in denen wir uns gegenseitig antrieben.

Mit ihr zusammen entdeckte ich Foren RPGs, eine ganz neue, simple und schnelle Form kreativ zu schreiben und zusammen mit weiteren Freunden haben wir Welten erschaffen. Spätestens da hatte mich die Sucht.

Es gab eine Zeit, da konnte ich keinen Grashalm ansehen, ohne eine Idee zu haben. Ich musste schreiben, weil mein Kopf sonst keine Ruhe gab.

Zu der Zeit, als ich in der Schule gemieden und geschnitten wurde, halfen mir meine Geschichten abzuschalten und zu flüchten.

Schreiben war eines der wenigen Dinge, die mir nie peinlich waren, selbst wenn sich darüber lustig gemacht wurde und das ist mir so manches Mal passiert.

Schreiben ist eines der wenigen Dinge, für die ich schon immer enormen Respekt bekommen habe und als Mensch, der chronisch unterschätzt und übergangen wird, wurde diese Anerkennung schnell zu einer Sucht, die ich glücklicherweise auf diversen Onlineplatformen und im Deutschunterricht befriedigen konnte.

Während meinem Abitur ist das Schreiben fast vollständig eingeschlafen, dafür habe ich mich mehr und mehr in Foren RPGs gestürzt, ein Hobby, das ich heute noch verfolge.

Erst im Studium habe ich wieder richtig angefangen. In meinem Studiengang (Computervisualistik) macht jeder irgendetwas kreatives. Sei es so etwas offensichtliches wie Spiele programmieren oder etwas wie Knüpfen, Malen, Schreiben, Fotografieren oder Filme drehen. So eine Umgebung ist enorm stimulierend und hat mich letztendlich zurück zu meinem liebsten Hobby gebracht.

Was ist also die Antwort auf die Frage, wie ich zum Schreiben kam?

Ich denke, genauso wie ich zu meinen Freunden gekommen bin. Ich habe das Schreiben kennengelernt, mich damit beschäftigt, habe es Lieben gelernt, bin damit durch gute und schwierige Zeiten gegangen und habe damit letztendlich ein tiefes Band geknüpft, das mich den Rest meines Lebens begleiten wird.

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